Das heutige Museumsgebäude „Hoamathaus“ wurde um 1408 errichtet. Es diente hauptsächlich als Unterkunft für die Bergknappen. Immerhin war im heutigen Flachau war zu dieser Zeit der Erzabbau ein wichtiger Wirtschaftszweig. Anschließend fand dieses Haus im Ortskern von Altenmarkt als Altenheim Verwendung und ist seither als das sogenannte „Bruderhaus“ bekannt.

 

Im Jahre 1970 errichtete die Gemeinde dann ein neues Seniorenheim. Im Folgenden ging man daran, aus dem Bruderhaus das jetzige Heimatmuseum zu gestalten. 1998 wurde es wiederum entsprechend erweitert.

Die verschiedenen Räume bieten seither dem Besucher einen interessanten Überblick über Leben und Kultur unserer Vorfahren. Eine Bauernstube und eine Rauchküche, die Krippenstube, die Schützenstube, ein sakraler Raum, eine Schulklasse, die Baderstube, die Trachtenkammer und ein Perchtenraum.
Zusätzlich wollte man auch große landwirtschaftliche Geräte und Werkzeuge zeigen. Aufgrund dessen errichtete man in weiterer Folge 1981 in der Dechantshof-Scheune ein weiteres, sehr umfangreiches Museum.

Eines der wirklichen Schmuckstücke in unserem Heimatmuseum ist die über 250 Jahre alte „Grundnerkrippe“. Dieses in Altenmarkt entstandene und einzigartige Krippenbauwerk begeistert sowohl junge als auch alte Besucher.

 

PREISE Erwachsene      Kinder    Erm. Preis     Erm. Kinder
Eintritt €   4,00 €   3,00 €   3,00 €   2,50
mit Tenne €   5,00 €   4,00 €   4,00 €   3,00
mit Tenne und Kirche €   6,00 €   5,00 €   5,00 €   4,00

Die Ermäßigung gilt für Gruppen ab 10 Personen sowie für Inhaber des Salzburger Familienpasses.

Kontakt:

Kustodin   Sobota Helga
Standort   5541 Altenmarkt, Brunnbauerngasse 1
Telefon   +43 6452 4753
Faxnummer   +43 6452 5911-30
E-Mail   gemeinde@altenmarkt.at
Internet   www.heimatmuseum.at

Sonderaustellung im Hoamthaus vom 21. Mai 2017 bis April 2018

 

„Protestantenvertreibung 1731-1732“
Die große Auswanderung aus Altenmarkt/Pg.

Eine Ausstellung anlässlich des Gedenkens 500 Jahre Reformation!

Die Protestantenvertreibung hat also auch hier bei uns in Altenmarkt tiefe Spuren hinterlassen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung wurde wegen ihres Glaubens aus der Heimat vertrieben. In dieser Ausstellung wollen wir daher die Emigrantenhöfe aus Altenmarkt und Umgebung vorstellen. Wir zeigen die Höfe, wie die Menschen dort gelebt haben, wie viele weggezogen und wohin sie ausgewandert sind!

Haben Sie gewusst, dass unsere schöne Grundnerkrippe im Hoamathaus aus dem Jahr 1740 aus der Hand eines „Zuwanderers“ aus dieser großen Glaubens-Wander-Bewegung stammt?

Wir laden Sie herzlich ein, bei der Eröffnung der Ausstellung dabei zu sein und auch die Sonderausstellung – sie ist bis April 2018 geöffnet- zu besuchen!

Protestantenvertreibung

Nachdem Martin Luther vor 500 Jahren seine Thesen verkündet hatte, verbreitete sich der Protestantismus, auch im Fürsterzbistum Salzburg, kaum in der Residenz sondern vor allem in den Gauen. Die katholischen Fürst-Erzbischöfe wollten das allerdings nicht hinnehmen. Immer wieder haben sie im Folgenden Protestanten gefangen genommen oder vertrieben.

Aber erst unter Fürst-Erzbischof Firmian, der 1727 dieses Amt übernahm, machte er mit der Vertreibung aller Protestanten ernst. Da die Bekehrungsversuche durch Jesuiten und Kapuziner, die Firmian ins Land holte, nicht fruchteten, erließ er am 31. Oktober 1731 das Emigrationspatent.

Am 11. November wurde dieses dann verkündet. Diese Daten waren allerdings nicht zufällig gewählt: Der 31. Oktober als Reformationstag der Veröffentlichung der 95 Thesen in Wittenberg, der 11. November als Namenstag Martin Luthers.

Zunächst wurden rund 4000 Knechte und Mägde außer Landes gebracht. Oftmals ließ man ihnen nicht einmal Zeit, ihre Sachen zu packen. Den Bauern dagegen ließ man Zeit, ihre Angelegenheiten zu regeln. In 16 Zügen der Angesessenen sowie 7 Zügen der Unangesessenen verließen ungefähr 20.000 Salzburger, vor allem aus dem Pongau und Pinzgau das Land. Allein im Pongau standen danach ca. 1.544 Bauernhöfe leer, davon im Pflegegericht Radstadt 380.

Die Altenmarkter Protestanten zogen danach über Augsburg – Berlin – Stettin nach Königsberg. Von dort aus wurden die Flüchtlinge verteilt. König Friedrich Wilhelm I. von Preußen nahm die Flüchtlinge auf. Obwohl die Salzburger überall gut aufgenommen wurden, starben doch mehr als 800 auf dem langen Marsch nach Ostpreußen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten lebten sich die Salzburger gut ein. Aber 1945 mussten sie wieder ihre Heimat verlassen. 

1966 erbat Erzbischof Dr. Andreas Rohracher dann die Verzeihung für die seinerzeitige Härte gegenüber den Protestanten.

Heimatmuseum sonderausstellung Protestanten  sonderausstellungProtestanten1 

 Ältestes Bild von Altenmarkt           Königsberg um 1730
um 1.730 (Schloss Höch)


Der Salzburger Auswanderungserlass von 1731

Wir, Leopold, von Gottes Gnaden Erzbischof von Salzburg (und gleichzeitig weltlicher, für Ruhe und Sicherheit verantwortlicher Landesfürst) grüßen zuvor alle Unsere Beamten und Untertanen.

Um Ruhe und Sicherheit im Lande Salzburg wiederherzustellen, befehlen Wir im Einzelnen folgendes:
  1. Lutheraner und Reformierte haben das Land Salzburg zu verlassen und dürfen nicht wieder zurückkehren. Zuwiderhandlungen sind strafbar, an Gut und Leib.
  2. Alle Personen, die in abhängiger, privater Arbeit stehen und 12 (zwölf) Jahre oder älter sind, verlassen das Land innerhalb von 8 (acht) Tagen, gerechnet vom Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Erlasses. Sie dürfen nur Handgepäck mit sich führen.
  3. Für alle, die in öffentlicher Arbeit stehen, gilt dasselbe. Sie sind aus ihrem Dienst zu entlassen und erhalten vom Tage der Veröffentlichung dieses Erlasses an kein Gehalt mehr.
  4. Auch für Bürger und Handwerker gilt der Auswanderungszwang. Sie haben gegen ihren Berufseid verstoßen und verlieren daher alle Sonderrechte.
  5. Grundbesitzern werden gewisse Gnadenfristen eingeräumt, innerhalb derer sie ihren Grundbesitz verkaufen können,
    a) Grundbesitzer, die bis 150 Gulden Steuer zahlen, erhalten 1 Monat Frist,
    b) Grundbesitzer, die über 150 Gulden bis 500 Gulden Steuer zahlen, erhalten 2 Monate Frist,
    c) Grundbesitzer, die über 500 Gulden Steuer zahlen, erhalten 3 Monate Frist.
    Während dieser Fristen dürfen sie 1 (einen) gleichgesinnten Knecht und 1 (eine) gleichgesinnte Magd behalten, aber nicht mehr.
  6. Das bisher Gesagte bezieht sich auf die im Westfälischen Frieden im Jahre 1648 tolerierten Bekenntnisse. Das sind Lutheraner und Reformierte. Es bezieht sich nicht auf andere Bekenntnisse, auch nicht auf bösartige Aufwiegler. Dagegen können solche, die nicht besonders rebellisch hervorgetreten sind, mit Unserer Gnade rechnen.
  7. Nach Veröffentlichung dieses Erlasses werden wahrscheinlich viele, denen es mehr um Materielles als um ldeelles geht, kommen und sich herausreden wollen. Solche Fälle sind gerichtlich zu klären.
  8. Wer sich nicht öffentlich zur evangelischen Lehre bekannt hat, sich aber verdächtig gemacht hat, zum Beispiel
    a) durch den Besitz verbotener Bücher,
    b) durch den Handel mit verbotenen Büchern,
    c) durch den Besuch verbotener Zusammenkünfte oder
    d) durch Verführung einfältiger Katholiken, der soll sich vor Gericht entscheiden. Verspricht er, wieder ein guter Katholik zu werden, so soll man ihn ernstlich ermahnen. Aber wird er dann später rückfällig, ist er auf ewige Zeiten des Landes zu verweisen oder an Gut und Leib zu bestrafen. Bekennt er sich dagegen zur evangelischen Lehre, so gebe man ihm befristet Zeit, sein Gut zu verkaufen und Unser Land zu verlassen.
  9. Innerhalb der zugestandenen Gnadenfristen sollen den Auswanderern von seiten Unserer Behörden keine unnötigen Schwierigkeiten gemacht werden. Die Behandlung der Auswanderer muss in jeder Beziehung korrekt sein, besonders in geldlicher Hinsicht.
  10. Alle Auswanderungspflichtigen melden sich rechtzeitig bei ihrer Ortsbehörde. Dort bezahlen sie die noch schuldigen Steuern und beantragen freies Geleit bis zur Landesgrenze.
  11. Unsere Beamten sind angewiesen, diesen Erlass sofort nach Veröffentlichung zu vollziehen, und zwar unter Beachtung der von Uns gesetzten Fristen, aber ohne Ansehen der Person und wenn nötig mit militärischer Gewalt.
  12. Damit sich niemand mit Unwissenheit entschuldigen kann, haben Wir diesen Erlass drucken lassen.
Wir haben diesen Erlass eigenhändig unterschrieben und das landesfürstliche Siegel beidrücken lassen. Die ist geschehen in Unserer Haupt- und Residenzstadt Salzburg am 31. Oktober 1731.
gez. Leopold L.S- Ad Mandatum Cellisimi proprium; (ln allerhöchstern persönlichem Auftrag.) Gez. H. Cristani, Hof-Kanzler

Kurzfassung, Altenrnarkter Chronik überarbeitet von Helga Sobota und Sepp Mair